Kleidung - Bundhaube

Bundhaube aus handgewebtem Leinen
(ca. 1200-1500)
Als eine der langlebigsten Modemerkmale bleibt die Bundhaube als mittelalterliches Textil ebenso charakteristisch wie rätselhaft. Da kein Fund dieser fast stets weiss gezeichneten, eng anliegenden, "Babyhauben"-artigen Kopfbedeckung vorliegt, und die Verwendung es nahelegt, wird als Material Leinen angenommen. Eine der naheliegensten Gründe für die Verwendung ist der Schutz der Haare vor Staub, Dreck und Läusen, sowie als Schutz vor der Sonne.
Erst spätmittelalterliche Darstellungen, eine Zeit, in der sie schon aus der Mode war, zeigen diese in anderen Farben, und eine der einzig bekannten erhaltenen Hauben ähnlicher Natur ist aus farbigem Material gearbeitet, jedoch nachmittelalterlicher Datierung. In der Renaissance erlebte die Bundhaube mit Verzierungen laut verschiedener Abbildungen als Teil der Tracht der Landsknechte eine Verjüngung. Gefüttert und abgesteppt wurde sie als Hiebschutz teils mit Helmen getragen.
 

Vorlage

Die vorliegende Bundhaube wurde nach verschiedenen Abbildungen aus handgewebtem Leinen gefertigt.

Als mögliche Materialien liegen bei höheren Ständen auch Seide, oder eventuell auch feine, weisse Wolle nahe, farbige Bundhauben sind uns im Mittelalter nicht bekannt.
Mann mit Bundhaube, Bible Moralise, Frankreich, 13tes Jahrhundert
(In unserem Besitz seit 08/2003 / Stand 29.04.2009)
 

Quellangaben

Bible moraliseParis, Bibliothèque nationale de France MS fr. 167, Bible moralise, Codex, Frankreich, Mitte 13tes Jahrhundert
Codex 32, Fol. 199, ca. 1300-1350, Graz. Codex 32, Fol. 199, ca. 1300-1350, Graz.Folio 199 des Codex 32 aus der Universitätsbibliothek Graz, Steiermark, Österreich, datiert ca. 1300-1350, zeigt einfaches Buch im kirchlichen Zusammenhang, Detail des Knopfverschlusses erkennbar.
AlexanderromanDer Alexanderroman, vermutlich ca. 1338-44 in Flandern (aus der Hand des flämischen Illustrators Jehan de Grise und seiner Werkstatt) entstanden, enthält Verse in französischem (picardischen) Dialekt und (ab 1400) Englisch über "Romance of the Good King Alexande" (über Alexander den Grossen), sowie illustrierte Berichte über die Reisen Marco Polos. Es stellt eine hervorragende Quelle für französische Mode um die Mitte- genauer der ersten Hälfte der 40ger Jahre- des 14ten Jahrhunderts dar.
KreuzfahrerbibelDie Kreuzfahrer, oder Maciejowski-Bibel, datiert auf ca. 1244-1254, wurde vermutlich von Ludwig "dem Heiligen" IX. von Frankreich (1214-1270) in Auftrag gegeben und im Pariser Raum angefertigt. Sie stellt ein wichtiges Zeugnis der bildlichen Darstellung von Mode und Sachkultur in Frankreich Mitte des 13ten Jahrhunderts dar.
Heidelberger LiederhandschriftDie Grosse Heidelberger Liederhandschrift, auch genannt "Codex Manesse", oder Pariser Handschrift stellt die bedeutenste und berühmteste Quelle deutscher Dichtkunst des ausgehenden Mittelalters dar. Ca. im Zeitraum 1305-1340 (inklusive Nachtragsmaler) entstanden, zeigt sie in den insgesamt 138 Miniaturen ausserdem historisierend Mode des ausgehenden 13ten Jahrhunderts, sowie Mode der ersten Hälfte des 14ten Jahrhunderts.
Luttrell PsalterDer Luttrell-Psalter, ein ca. 1330-45 in England entstandendes Psalmbuch, ist mit eine der wichtigsten, wenn auch sicher englischen Quellen für Kleidung und Werkzeuge der arbeitenden Bevölkerung im frühen 14ten Jahrhundert.

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