(ca. 1470-1500)
In der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts taucht in den Darstellungen von Damen gehobener und bürgerlicher Schichten ein Kleidungsstück auf, das vom Betragen her bis in die Neuzeit als Teil der Tracht von Geistlichen, Richtern und anderen Würdenträgern überlebt hat: die Schaube. Als weiter, in Falten fallender, vorne meisst offener, nur mit einer Kordel oder Knöpfen am Kragen verschlossener Rock mit weiten Ärmeln und häufig Pelzverbrämung-oder Fütterung, wird sie sogar nach 1500 für die Kleidung der frühen Renaissance bei Männern charakteristisch.
Es ist uns derzeit nicht möglich, gesichert einzugrenzen, inwieweit die Schaube bei Frauen vor 1500 zur alltäglichen oder repräsentativen Kleidung gehörte, dennoch ist sie in vielen Fälle süddeutscher Darstellungen nachweisbar.
(Getragen wird die Schaube hier mit einem Kleid nach süddeutscher Mode ).
Die von uns rekonstruierte
Schaube
folgt verschiedenen Darstellungen und Beschreibungen des späten Mittelalters. Sie besteht aus mittelschwerem Wollköper, der mit Krapp gefärbt wurde, und ist mit leichtem Wolltuch gefüttert. Der Kragen und die Ärmel sind mit Nerz verbrämt.
(In unserem Besitz seit 01/2007 / Stand 23.04.2009)
Spätmittelalterliche Gemälde aus Nürnberg
Verschiedene Gemälde aus Nürnberg (Nürnberger Lorenzkirche, Germanisches Nationalmuseum), aus dem Zeitraum 1380-1500.
Hausbuchmeister, 15tes Jahrhundert
Darstellungen des sogenannten Hausbuchmeisters, benannt nach seiner Arbeit am Wolfegger Hausbuch. Neben Schongauer einer der bedeutensten deutschen Kupferstecher und Zeichner. Wirkungszeitraum ca. 1470-90
Wolfegger Hausbuch
Hausbuch des Fürsten von Waldburg-Wolfegg, ca. 1475-85, auch "Wolfegger Hausbuch". Eine der bedeutensten Quellen für spätmittelalterliche, süddeutsche Mode.
Nürnberger Kleiderordnung des 15ten Jahrhunderts
Auszüge aus der Nürnberger Kleiderordnung des 15ten Jahrhunderts
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