(ca. 1470 - 1520)
Die Gugel, auch Kagel genannt, ist eine Kapuze mit teils angesetztem, verschieden langen Kragen, die sich ab der frühen Hochgotik zunehmend nachweisen lässt. Ähnlich wie die
Cappa
geht ihre Form möglicherweise auf antike Vorbilder zurück.
Ihr Schnitt ändert sich je nach Mode und Gebrauch im Laufe der Jahrhunderte von Region zu Region, wobei Trageweise, Länge des Zipfels ( Sendelbinde ) und Kragens variieren.
Im späten 15ten Jahrhundert lässt sich neben den gebräuchlichen, altbekannten Gugelformen, und der modischen Fransengugel, vor allem im ländlichen Bereich eine Art nachweisen, deren Kragen seitlich geschlitzt ist, vermutlich, um die Behinderung beim Arbeiten zu verringern.
Die
Gugel
wurde aus naturbrauner
Wolle
gefertigt, und ist mit handgesponnener, naturbrauner
Wolle
vernäht. Ihr Schnitt folgt verschiedenen Darstellungen, und wurde auch mit Blick auf die Funde von Herjolfness, Grönland, rekonstruiert, bei dem seitliche Keile eingesetzt wurden. Jenseits dessen existieren auch Bilder (siehe rechts, Bild Nr. 1), die auf eine mögliche Konstruktion mit (zusätzlichen?) zentralen Keilen schliessen lassen.
(In unserem Besitz seit 07/2008 / Stand 26.11.2009)
Funde von Herjolfnes
In dem Fundkomplex bei Herjolfnes, Grönland, wurden zahlreiche Textilien des Zeitraumes 1300-ca.1420 gefunden, womit es eine der bedeutensten Fundquellen für spätmittelalterliche Textilien darstellt.
Drei Bauern
Kupferstich nach Albrecht Dürer, ca. 1496/97, Kunstsammlung der Universität Göttingen
Schachzabelbuch des Konrad von Ammenhausen
Schachzabelbuch des Konrad von Ammenhausen, Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 3049, spätes 15tes Jahrhundert
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