Kleidung - Filzkappe

Filzkappe, mit Krapp gefärbt
(spätes 15tes Jahrhundert)
Gegen Mitte des 14ten Jahrhunderts schwappt eine Mode von Frankreich und England über ganz Europa herein, die sich lange in der Mode des Mannes zementieren würde: das Tragen von Hüten. Wurden im hohen Mittelalter von Männern vor allem Stoffkappen aus Leinen, Bundhaube genannt, getragen, und Hüte eher als Sonnen-und Wetterschutz, wird der Hut nunmehr fixer Bestandteil der Männermode. Der Formenreichtum ist riesig, und nimmt bis zum Ende des Mittelalters noch mehr zu.
 

Vorlage

Diese Vorlage wurde nach verschiedenen süddeutschen Abbildungen gefertigt. Sie besteht aus krappgefärbtem Wollfilz. Er ist mit einem Pilgerzeichen aus Zinn verziert, das St. Quirin (Quirnus von Rom oder Quirinus von Neuss) darstellt, den Stadtpatron von Neuss, und Schutzheiliger der Ritter, Soldaten und Reiter. Dieses Pilgerzeichen wird bei der Wallfahrt zum Kölner Münster erworben. Dem Wierstraet-Bericht über die Belagerung der Stadt Neuss im Jahre 1475 zufolge wurden solche Plaketten auch während der Gefechtspausen beim Entsatz der Stadt erworben und von beiden Parteien getragen.

Eine Arbeit von Helga Zonsius.
Filzkappen im Wolfegger Hausbuch um 1475-80
(In unserem Besitz seit 05/2007 / Stand 29.05.2009)
 

Quellangaben

Spätmittelalterliche Gemälde aus NürnbergVerschiedene Gemälde aus Nürnberg (Nürnberger Lorenzkirche, Germanisches Nationalmuseum), aus dem Zeitraum 1380-1500.
Hausbuchmeister, 15tes JahrhundertDarstellungen der oder des sogenannten "Hausbuchmeisters", benannt nach seiner/ihrer Arbeiten am Hausbuch von Schloss Wolfegg. Genauere Bezeichnung wären "Meister des Amsterdamer Kabinetts", da es sich um vermutlich mehrere Personen handelten, deren Grossteil an Arbeiten sich heute im Amsterdamer Rijksmuseum zu finden sind. Der oder die vor allem am Ober-und Mittelrhein täten Künstler waren mit ihrer Arbeit wegweisend für die spätmittelalterliche Kunst, und gehörten neben Schongauer zu den bedeutensten deutschen Kupferstecher und Zeichner. Wirkungszeitraum ca. 1470-1505. Details siehe Wikipedia.
Wolfegger HausbuchHausbuch des Fürsten von Waldburg-Wolfegg, ca. 1475-85, auch "Wolfegger Hausbuch". Eine der bedeutensten Quellen für spätmittelalterliche, süddeutsche Mode.
Cod.Pal.germ.345Cod.Pal.germ.345 "Lohengrin" "und Friedrich von Schwaben" aus der werkstatt des Ludwig Henfflin (Stuttgart um 1470)
Kupferstiche des Israhel van Meckenem (des Jüngeren)Israhel van Meckenem war ein Schüler des Meister E.S. und ein bedeutender Kupferstecher der späten Gotik
 

Empfohlene Literatur


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. Venus und Mars: Das Mittelalterliche Hausbuch aus der Sammlung der Fürsten zu Waldburg Wolfegg .
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Venus und Mars: Das Mittelalterliche Hausbuch aus der Sammlung der Fürsten zu Waldburg Wolfegg
Graf zu Waldburg Wolfegg, Prestel Verlag
Das mittelalterliche Hausbuch stellt mit seinen 63 illustrierten Pergamentblättern mit bürgerlichen und adligen Leben, sowie Illustrationen technischer Geräte, eines der bedeutensten Bildwerke spätmittelalterlicher deutscher Bildkunst dar, und ist eines der besten Quellen für spätmittelalterliche, süddeutsche Mode, insbesondere im Raum Augsburg bis Nürnberg.
379131839 (German)
 

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Vom Leben im späten Mittelalter. Der Hausbuchmeister oder Meister des Amsterdamer Kabinetts
J. P. Filedt Kok, Rijksmuseum Amsterdam
Ausstellungskatalog des Rijksmuseum Amsterdam zur gleichnamigen Ausstellung 1985. Universelles Werk zur Mode im späten 15ten Jahrhundert, insbesondere in Deutschland, sowie dem genannten Meistern des Amsterdamer Kabinetts und anhängiger Kupferstecher und Maler. Absolutes Muss für Darsteller des späten 15ten Jahrhunderts in Deutschland.
66137-92594 (German).
 

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