(1250-1500)
Im Mittelalter das Zeichen der Frau, findet man den Spinnrocken auf zahlreiche Darstellungen kirchlicher Natur und das Alltags, z.B. der Darstellung Adams und Eva, das die damalige Geschlechtervorstellung- sie spinnt, er bestellt das Feld- zeigt.
Spinnen, seit je her eine Domäne der Frau, wurde bis ins 14te Jahrhundert vornehmlich mit der Handspindel betrieben. Das Rohmaterial, das Fliess, oder die Flachsfasern, steckte und band man hierzu auf einen Holzstab, Spinnrocken genannt, der entweder unter den Arm geklemmt wurde, oder in einen Holzfuss gesteckt wurde.
Wie sehr diese Aufteilung das Denken der Menschen beeinflusst hat, kann man im Englischen ablesen, wo immr noch von der weiblichen Familien Linie als der "Distaff line" (Distaff = engl. für Spinnrocken) gesprochen wird.
Der vorliegende
Spinnrocken
wurde nach zahlreichen bildlichen Vorlagen aus dem Hoch-und Spätmittelalter, verbunden mit Anylse erhaltener bäuerlicher Geräte aus dem 19ten Jahrhundert, hergestellt.
Er besteht aus
Buch
enholz, mit einem Fuss aus Eichenholz, und wurde aus einem Stück gespalten, und anschliessend geschnitzt und gehobelt.
Die Bänder, um die Rohwolle auf dem Runkelstab (Rocken) zu halten, sind in Fingerschlaufenwebung aus Krappgefärbter
Wolle
gefertigt.
Gefertigt von Kim Wich-Glasen.
(In unserem Besitz seit 12/2005 / Stand 16.04.2009)
Luttrell Psalter
Der Luttrell-Psalter, ein ca. 1330-45 in England entstandendes Psalmbuch, ist mit eine der wichtigsten, wenn auch sicher englischen Quellen für Kleidung und Werkzeuge der arbeitenden Bevölkerung im frühen 14ten Jahrhundert.
Kreuzfahrerbibel
Die Kreuzfahrer, oder Maciejowski-Bibel, datiert auf ca. 1244-1254, wurde vermutlich von Ludwig "dem Heiligen" IX. von Frankreich (1214-1270) in Auftrag gegeben und im Pariser Raum angefertigt. Sie stellt ein wichtiges Zeugnis der bildlichen Darstellung von Mode und Sachkultur in Frankreich Mitte des 13ten Jahrhunderts dar.
Alexanderroman
Der Alexanderroman, vermutlich ca. 1338-44 in Flandern (aus der Hand des flämischen Illustrators Jehan de Grise und seiner Werkstatt) entstanden, enthält Verse in französischem (picardischen) Dialekt und (ab 1400) Englisch über "Romance of the Good King Alexande" (über Alexander den Grossen), sowie illustrierte Berichte über die Reisen Marco Polos. Es stellt eine hervorragende Quelle für französische Mode um die Mitte- genauer der ersten Hälfte der 40ger Jahre- des 14ten Jahrhunderts dar.
Französische Handschrift, zweite Hälfte 14tes Jahrhundert
Damen beim Spinnen, mit Spinnrad, Rocken und Haspel
Verlobungsbild, Hans Paur, 1475
Verlobungsbild, dass Mann und Frau im späten Mittelalter mit der Zweiteilung der Rollen und den zugeordneten Haushaltsgerätschaften zeigt. Hervorragende Vorlage für bürgerliche Lebensumstände und Haushalt, nicht nur im 15ten Jahrhundert
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